Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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darf, das ſechszehnte Jahrhundert dar, das unſere Vorfahren abermals mannhaft in die Geſchichte, leider nicht mehr des Rei⸗ ches, ſondern ſeiner Zertrennung eingreifen ſah. Die Verhältniſſe zu den oberſchwäbiſchen Klöſtern, deren ehemalige weitläufige Höfe noch jetzt in verſchiedenen Stadttheilen an die katholiſche Zeit erinnern, aus welcher auch im Archiv der Kirche noch ein Schatz verblichener Paramente vorhanden iſt, hatten ſolche Miß⸗ ſtände herbeigeführt, daß die Stadt, wie unſer Selbſtbewußtſein mit ſeinem correcteſten Ausdrucke zu ſagen liebte, ſchon ein paar Jahre vor Luther's erſtem Auftreten zu reformiren begann. In den ſtrengen Confeſſionsformen, die unſere Ki heit um⸗ gaben, lag noch ein Nachklang von der politiſchen Bedeutung, die der Proteſtantismus einſt gehabt hat. Löblich war jedenfalls die Zuverläſſigkeit, womit die Stadt an der ergriffenen Ueber⸗ zeugung und an den Verbündeten feſthielt, und ſo findet ſie ſich auch nach dem ſchmalkaldiſchen Kriege in der kaiſerlichen Straf⸗ matrikel aufgeführt.

Die Stürme des dreißigjährigen Krieges gingen nicht ſpur⸗ los über ihre Mauern weg. Freund und Feind erſchienen nach einander und nahmen mit dem gleichen Rechte der Gewalt ihren Säckel in Anſpruch. Das alte Lied:Der Schwed' iſt kommen, klingt bekanntlich in den proteſtantiſchen Theilen Deutſchlands nicht um einen Ton anders als in den katholiſchen. Doch be⸗ gnadigte uns Guſtav Adolf mit zweien der eben genannten geiſtlichen Höfe, nur daß uns dieſe ſchwediſche Schenkung nicht ſo gut bekam wie dem Stuhle Petri diekonſtantiniſche. Gänz⸗ lich erſchöpft ging die Stadt aus den Drangſalen dieſes Krieges hervor, ſo daß man ſchwer begreift, wie ſie noch die Heim⸗ ſuchungen überſtehen konnte, die gleich darauf durch Ludwig XIV. über das Reich gebracht wurden. Und dennoch war ihr Schick⸗