— 338— ßen und rief mit Thraͤnen aus:„Roſalie, En⸗ gel meines Lebens! Kannſt Du mir verzeihen?“ „Ich habe Dir laͤngſt verziehen,“— ſprach ſie in mildem Tone, und kuͤßte ihm die Stirn— „wir haben ja beide gefehlt. Denn auch ich habe gefehlt, als ich, ohne jedoch dabei etwas Arges zu denken, oder zu beabſichtigen, Kraſinsky vor⸗ zuͤglich auszeichnete, und Wohlgefallen an ſei⸗ nem Umgange blicken ließ“
„Roſalie— o meine Roſalie!“— rief Hein⸗ rich, aufſpringend, feurig aus—„ſo biete ich Dir jetzt zum zweiten Male meine Hand an. Laß uns dieſe truͤben Jahre ins Meer der Ver⸗ geſſenheit ſenken, Roſalie, laß uns wieder gluͤck⸗ lich werden!“
Und ſie willigte ein, und die drei gluͤcklichen Menſchen— denn Theodor jubelte laut, als er hoͤrte, daß er nun wieder einen Vater habe— reiſten ſogleich nach Deutſchland ab. Auf dem Gute, wo Roſalie gelebt hatte, ward ihre zweite Verbindung, einſam und geraͤuſchlos, vollzogen. Es war ein Feſt fuͤr die naͤheren Bekannten


