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Verdacht bewog dich, eine Trennung unſerer Ehe zu fordern. Graf Kraſinsky iſt der Ver⸗ faſſer des Briefes, der Dir anonym nach Ma⸗ drid geſchrieben wurde. Der Elende glaubte durch dieſes Bubenſtuͤck meine Hand, und, wor⸗ an ihm wohl mehr lag, mein Vermoͤgen zu er⸗ halten. Er ſelbſt hat es mir eingeſtanden. In⸗ deſſen— er irrte ſich, und als er, nach vollen⸗ deter That, nach meinen Guͤtern kam, und die⸗ ſes Geſtaͤndniß ablegte, da wies ich ihn mit dem Ernſte und der Verachtung zuruͤck, die jede recht⸗ liche Frau in ſolchen Verhaͤltniſſen empfinden wird. Kraſinskys Umgang war mir angenehm, ſo lang⸗ er ſein ſchwarzes Herz mir nicht ent⸗ huͤllt hatte; aber nie hab' ich nur im mindeſten Liebe fuͤr ihn gefuͤhlt. Ich haſſe ihn wie die Suͤnde, ſeitdem ich ſeine Nichtswuͤrdigkeit kenne. Du, Heinrich, biſt der Einzige, den ich geliebt habe; ich war Dir nie untreu.“
Roſalie war erſchoͤpft, und ſetzte ſich auf ein Sopha nieder. Heinrich, als er von ſeinem Erſtaunen ſich erholt hatte, warf ſich ihr zu Fuͤ⸗


