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an Alles; auch Du wirſt Dich an dieſes kleine dunkle Zimmer gewoͤhnen. Jetzt verlaß mich. Grüße die, welche Dich geſandt haben; ſiemuͤſ⸗ ſen ſehr edle Menſchen ſeyn.“
Mit Lebhaftigkeit fiel hier der Knabe ein: „Meine Mutter hat mich geſandt,“ und mit
Nuͤhrung ſetzte er leiſe hinzu:„Die arme gute
Mutrer! fir hat recht geweint.“ Heinrich winkte, und der Knabe entfernte
ſich. Seine Erſcheinung war ein Raͤthſel, das
der Graf ſich nicht loͤſen konnte. Wer hatte die Hand im Spiele? wer den Knaben geſandt? Er ging von Vermuthung zu Vermuthung uͤber; doch den Schluͤſſel zur Loͤſung des Raͤthſels fand er nicht. Er dachte wohl an Roſalien; aber— nein, das war unmoͤglich! Roſalie konnte es ja nicht ſeyn, die ſo innigen Antheil an ihm nahm.
Am Abend kam Theodor wieder, und re⸗ gelmaͤßig jeden Tag zweimahl. Er gewoͤhnte ſich an den Anblick des finſtern Kerkers und des ernſten bleichen Mannes, deſſen Augen vor Freu⸗


