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Theodors war. Einen großen Entſchluß faſſend, den ihre noch nicht erloſchene Liebe zu Hein⸗ rich, und ihr Herz, ihr eingaben, beabſchiedete ſie ſich bei ihrer Freundin und kehrte nach ih⸗ rem Gute zuruͤck.
Es war Nacht, als Roſalie mit Theodor auf ihrem Gute anlangte. Halb bewußtlos flog ſie in den Park, um ſich zu ſammeln. Der Mond beglaͤnzte den Altar; und die bedeutungs⸗ vollen Worte:„der Erinnerung geweiht“ leuch⸗ esten ihr entgegen. Sie ſank vor dem Altar nieder, umfaßte ihn, kuͤßte die goldne Schrift, und ſtand, uͤber ſich felbſt erhoben, auf. Jetzt haͤtte nichts vermocht, ſie in ihrem Entſchluſſe wankend zu machen. Sie uͤbergab einem treuen, gepruͤften Diener ihre Guͤter zur Verwaltung, und was ſie an baarem Gelde und Juwelen be⸗ ſaß, nahm ſie zu ſich, und eilte mit Theodor nach Italien. So ſchnell, wie ſie ſich gedacht hatte, konnte Heinrichs Befreiung nicht bewirkt
werden. Der Kommandant der Feſtung laͤug⸗ nete ſeine Anweſenheit nicht; konnte ſich aber


