.— 331— ſie die Gegenſtͤnde ihrer Liebe verloren hatten, Erſatz in der Freundſchaft. Eines Tages war Roſalie mit ihrem Theo⸗ dor zu ihrer geliebten Freundin gefahren. Noch ſpaͤt am Abend, als ſie nach ihrem Gute zu⸗ ruͤckkehren wollte, langte eine Bekannte der Frau von D... an, die von letzterer ſchon ſeit mehreren Tagen erwartet worden war, und verkuͤndigte Roſalien die in den neueſten Zei⸗
tungen enthaltene Nachricht, daß ihr Gatte—
ſie kannte Roſaliens Verhaͤltniſſe— in Italien
von den Franzoſen verhaftet, und in einer Fe⸗
ſtungeingekerkert worden ſey. Das Verbrechen, deſſen man ihn beſchuldige, ſey eine zu große Anhaͤnglichkeit an das Oeſtreichiſche, mit Frank⸗ reich in Krieg begriffene Kaiſerhaus, und ei⸗ nige unvorſichtige Aeußerungen haͤtten ihn den Gensdarmen, in die Haͤnde geliefert.
Roſalie ſchrak zuſammen. In dieſem Au⸗ genblick fuͤhlte ſie es mehr, als je, daß ſie, der gerichtlichen Scheidung ungeachtet, noch immer Heinrichs Gattin, und daß er der Vater ihres


