nung ſo ſuͤß vor— aber umſonſt! Heinrich ſchrieb nicht, wohl aber nach Verlauf dreier Monate ihr Anwald, der ihm den Ausſpruch des Gerichts, welches die Trennung der Ehe ſanktionirte, zuſendete.
Oft, wenn ſie des Abends beim Sonnen⸗ unteraanae, nach einen uir hauvrichen Beſchaſ⸗ tigungen und Wohlthun angefuͤllten Tage, auf
ihrem Lieblingsplaͤtzchen im Park ſaß, das ſchoͤne
Auge auf die ſinkende Sonne, den leiſe vor⸗ uͤber fluͤſternden Strom geheftet, und Theodor,
der holde Knabe, vor ihr mit Blumen im Graſe
ſpielte— oft beſchlich ſie dann eine tiefe Trauer, und die Sehnſucht der innigſten Liebe erwachte in ihrem Herzen.
An einem ſolchen Abend, als Roſalie dem
horchenden Kinde vieles von ſeinem Vater er⸗
zaͤhlt hatte, um Liebe zu den Urheber ſeines Lebens in ſeinem zarten Gemuͤthe zu wecken, verlor ſie ihre ganze Faſſung, und ihr ungeſtuͤ⸗ mer Schmerz ward beinahe Verzweiflung, als Theodor mit kindlicher Einfalt und ruͤhrender
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