Teil eines Werkes 
[1] (1822)
Entstehung
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alles reiflich uͤberlegt und geordnet worden war, reiſ'te Roſalie nach ihren Guͤtern ab, um hier einſam im Schooße der Natur, den Erinne⸗ rungen an gluͤcklichere Zeiten, der Erziehung ihres geliebten Kindes und den Armen zu le⸗ ben, fuͤr die ſie mit muͤtterlicher Zaͤrtlichkeit zu ſorgen, und, ſoviel als moͤglich, Segen um ſich zu verbreiten beſchloß.

Kaum war ſie auf ihren Guͤtern angelangt, als zu ihrem großen Befremden Graf Kra⸗ ſinsky bei ihr eintraf, und ihr das furchtbare Dunkel lichtete, das uͤber ihrem Verhaͤltniſſe zu ihrem Gatten waltete. Der Graf war in ſeinem Betragen freier, ungezwungener, ſelbſt zudringlicher, als fruͤher, wo der Anſtand ihn in einer gewiſſen Entfernung von der ſchoͤnen Graͤ⸗ fin hielt. Als Roſalie einige Kaͤlte, und uͤber ſein Betragen einige Ueberraſchung blicken ließ,

lach te der herzloſe Boͤſewicht laut auf und bat

ſie in einem ſehr unfeinen Tone, ſich nicht laͤn⸗ ger zu verſtellen, da er recht gut wiſſe, daß ſie ihm gewogen ſey; ſie habe ihm ja dadurch die