Veranlaſſung gegeben, durch ein anonymes Schreiben an ihren Gemahl den Argwohn ei⸗ nes innigen Verhaͤltniſſes mit ihm zu wecken, und ſo eine Trennung zwiſchen ihnen beiden herbeizufuͤhren. Das Plaͤnchen ſey nun zwar gluͤcklicher Weiſe gelungen, aber es habe ihm viel Kopfzerbrechens gekoſtet
Roſalie ſah ihn, als er geendet hatt, ei⸗ nige Augenblicke, ſtarr vor Verwunderung, ſchweigend an. Ein edler Zorn gluͤhte auf ih⸗ ren hochgeroͤtheten Wangen, ſpruͤhte aus ihren ſchoͤnen leuchtenden Blicken, und mit auf der Bruſt zuſammen gefalteten Händen ſprach ſie ernſt und feierlich:„Alſo Sie, Sie, Herr Graf, ſind es geweſen, der ſich zwiſchen zwei gluͤckliche, ſich innig liebende Gatten geſtellt hat?“— Der Graf wurde verlegen—„Ihnen hat es mein armer Theodor zu danken, daß er von ſeinem Vater fuͤr einen Baſtard gehalten wird?“
„Frau Graͤfin“— erwiederte der Suͤnder bleich und zitternd—„die Art und Weiſe, wie


