—
—
— 335—
0
ſeph wachte mit aͤngſtlicher Sorgfalt an ſeinem Bette, jeden Athemzug belauſchend.
Der am andern Morgen herbeigerufene Arzt erklaͤrte die beiden Stirnwunden fuͤr un⸗ erheblich, und den Grafen fuͤr koͤrperlich geſund. Fuͤr die Krankheit— meinte er— die er bei demſelben vermuthe, habe Materia medica keine Heilmittel gelehrt. Er ſchlage dem Grafen eine Reiſe nach Valencia vor, wo manches kranke Herz in der klaren heitern Luft ſchon geneſen ſey.
Heinrich fand den Rath ſeines Arztes zweckmaͤßig, erbat ſich von ſeiner Regierung ei⸗ nen Nachfolger in ſeinen Geſchaͤften, und waͤhlte Valencia auf ein halbes Jahr zu ſeinem Auf⸗ enthalte. Seinen ehemaligen Frohſinn erhielt er zwar nicht wieder, aber ſein Schmerz war doch milder. Roſaliens Bild fing an zu ver⸗ bleichen und die Nachricht, daß das proteſtanti⸗ ſche Conſiſtorium die Trennung ausgeſprochen habe, beruhigte ihn vollends.
Roſaliens Erſtaunen, als der Courier, dem ſie immer mit liebendem Verlangen entgegen


