Teil eines Werkes 
[1] (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

316

Beide ſchrieben ſich mit jedem Courier, der Depeſchen hin und her brachte, und mit einem Feuer, einer Innigkeit, wie ſie der wahren Liebe nur eigen iſt. Roſalle unterhielt den geliebten Gatten am Liebſten von ihrem Sohne; von den Fortſchritten deſſelben im Laufen und Sprechen, und von den Anlagen, die ſich in ihm bemer⸗ ken ließen. Sie verſicherte ihm zugleich, daß ſie ſehnlichſt nach ſeiner Ruͤckkehr verlange, und daß ſie moͤglichſt eingezogen und haͤuslich lebe. Sie gehe nur ſo oft in Geſellſchaft, oder ſehe befreundete Familien bei ſich, als der Anſtand es erfordere und eben nothwendig ſey, um die alten Verbindungen zu erhalten. Des Polni⸗ ſchen Grafen ward gar nicht gedacht; Heinrich wollte keine Eiferſucht zeigen, und Roſalie wußte ja von ſeinem Argwohn nichts.

Ein halbes Jahr hatte Heinrich in Ma⸗ drid zugebracht, als mit einem Courier zwei Briefe anlangten, welche den Frieden ſeiner Seele vernichteten und ihn grenzenlos elend machten. Der eine war von einem ſeiner in⸗