— 309— wenn ein Zwieſpalt der Meinungen einen leb⸗ haften Wortwechſel herbeifuͤhrt. Jetzt laͤchelte Heinrich, und fuhr abermals fort⸗ „dann bin ich feſt uͤberzeugt, keine Liebe koͤnne ohne Eiferſucht beſtehen; und ich— ich fuͤhle
das— ich werde ſehr ſtark eiferſuͤchtig ſein.“
Die Schwaͤche zu ſchonen, iſt die erſte Pflicht des einen Gatten, wenn er ſie an dem
andern bemerkt. Wie leicht iſt das zu bewerk⸗ ſtelligen!
„Jetzt bin ich mit mir fertig;“— nahm
Heinrich wieder das Wort—„wenn Sie naͤm⸗
lich nicht einen kleinen Hang zu Vergnuͤgun⸗ gen in die Kategorie der Fehler ſetzen wollen.
Indeſſen iſt dieſer in unſerm Stande ſehr na⸗
tuͤrlich, und unſer beiderſeitiges Vermoͤgen ge⸗ ſtattet uns, dieſen Hang auf eine anſtaͤndige Weiſe zu befriedigen.“
Roſalie bejahte dies, und begann nun mit ihren Maͤngeln. Es waren deren eigentlich gar keine vorhanden, da Heinrich Putzliebe, ein wenig weiblichen Eigenſinn, und eine gemaͤßigte


