Teil eines Werkes 
[1] (1822)
Entstehung
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Den 6ten Aprit.* Bruchſtuͤcke aus einer Nachtphan⸗ taſie an Louiſen. Verwegener Gedanke! Duͤrft' ich's wagen, Was mich durchgluͤht, Louiſe, Dir zu ſagen?

Nein, ſolches Wagniß waͤre allzukuͤhn, Du wuͤrdeſt zuͤrnen, und den Frevler fliehn.

*) Eine Freundin Louiſens hatte Edmund zufällig ge⸗ ſagt, daß dieſer Tag ihr Geburtstag ſey. Er ging zu ihr, um ihr Glück zu wünſchen, konnte aber keine Auszeichnung erwarten, weil ſie von zu viel gratulirenden Herren und Frauen umdrängt wurde. Edmund, den dieſe nothwendige Kälte ſchmerzte, überreichte ihr eine Roſe, die ſie zwar mit Güte, aber doch mit einiger Verlegenheit, annahm. Sie ahnete ohne Zweifel den Gedanken, welchen das Geſchenk ausſprechen ſollte. Edmund ward zum erſten Male der tiefe Sinn klar, welcher in der Blumenſprache des Mor⸗ genlandes liegt. So viel aus ſeiner mündlichen Ueberliefe⸗ rung. Von ſeinem Beſuche bei Louiſen hat er nichts nie⸗ dergeſchrieben, aber obige Bruchſtücke in der Nacht auf⸗ gezeichnet.