vorging, denn ſie erroͤthete und ſchlug das ſchoͤne Auge zu Boden. In dieſem Augenblick ergriff mich ein helles Bewußtſeyn, ein lebendiges Gefuͤhl, das an Begeiſterung grenzte. Ich ſprach mit Leiden⸗ ſchaftlichkeit von dem hohen Werthe unſerer Dichter, beſonders von der zarten Achtung, welche der unſterbliche Schiller den Frauen in jeder ſeiner Dichtungen geweiht, und wie er ſie verherrlicht und ihr ganzes Weſen und ihre Beſtimmung ſo wahr aufgefaßt, ſo ſchoͤn dar⸗ geſtellt habe. Mit tiefer Bewegung hoͤrte Louiſe mir zu. Sie laͤchelte bei manchen meiner lei⸗ denſchaftlichen Aeußerungen, wie es mir ſchien, durch Thraͤnen. Und als ich geendet hatte, reichte ſie mir guͤtig die Hand und ſagte:„Graf Edmund, Ihre Anſichten ſind die meinigen, es freuet mich, daß wir einverſtanden ſind.“ 1 Ich druͤckte ihre Hand an meine Lippen, und rief im hoͤchſten Entzuͤcken:„Louiſe!“ bereit ihr zu Fuͤßen zu ſtuͤrzen, und ihr die Gefuͤhle
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