Teil eines Werkes 
[1] (1822)
Entstehung
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Meiner Verſtimmung gedachte ſie nicht, wie haͤtt' ich ihrer gedenken koͤnnen! Nicht ein⸗ mal ein kalter ſtrafender Blick erinnerte mich an meine Albernheit. Unſchuld und Zartgefuͤhl lag in ihren Blicken aber ſolche Unſchuld, ſolche Reinheit, daß ich es gar nicht wagte, Liebe darin zu leſen.

Sah ſie, daß ich befangen war? Ohne Zweifel, denn ſie fuͤhrte das Geſpraͤch mit einer Leichtigkeit fort, die ich mir nie zu eigen ma⸗ chen werde, ſo ſehr ich es auch wuͤnſchte. Ich erſchien neben ihr einfaͤltig und toͤlpelhaft. Sie lenkte das Geſpraͤch auf die deutſchen Dichter, die ſie ſo hoch verehrt. Ihr erſter Liebling iſt Schiller. Ihr Auge leuchtete, als ſie des hei⸗ ligen Namens erwaͤhnte.Verehren Sie ihn ebenfalls ſo innig, wie ich? fragte ſie und es war das erſte Mal, daß ich mich von Louiſen beleidigt fuͤhlte. Ihre Frage hatte mich aus tiefem Sinnen geweckt; der Anblick ihrer Wundergeſtalt beſchaͤftigte mich mehr, als ihre Worte. Sie mochte bemerken, was in mir

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