Teil eines Werkes 
[1] (1822)
Entstehung
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Den 2ten Januar.

Ich muß laͤcheln, wenn ich aͤberleſe, was ich geſtern ſchrieb. Ich war uͤberraſcht durch die Wichtigkeit des Tages, erſchuͤttert durch den Klang der Glocken, der ſchon in der Fruͤhe, wie die Stimme des Ewigen, uͤber die ruhige, vom klaren Mondlicht beſtrahlte Stadt ſchwebte, und betaͤubt von dem bacchantiſchen Laͤrm der Genoſſen meiner Jugend am Sylverſterabend, wo ich nur mit Muͤhe ihren luſtigen Trinkſpruͤ⸗ chen und rauſchenden Liedern entfloh, um mich in die ſtille Heimath meiner Gedanken und Ge⸗ fuͤhle zu retten. Ich ſprach von Liebe als

ich geſtern die Einleitung zu meinem Tagebuche

auf das Papier warf. Von Liebe? Kenn⸗ ich ſie denn? Ich kenne ſie nicht, dieſe Liebe, die das Leben verſchoͤnt, die es mit Morgenroͤthen und Blumen ſchmuͤckt, mit ſeeligen Hoffnungen und Genuͤſſen Aber ich ahne ſie!

Wie ein Engel ſteht mein Genius vor mir; mit dem Lilienſtabe der Verheißung deutet er wehmuͤthig laͤchelnd auf ein Paradies, das ſich