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Raphael : eine Liebesgeschichte / von Alphonse de Lamartine ; deutsch von Dr. Scherr
Entstehung
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Der auch den kleinſten Vögelein die Speiſe reicht zu ihrer Zeit.

Er ward weich, indem er von dieſen Thier⸗ chen ſprach. Man ſah, daß die Zärtlichkeit ſeiner

Seele, von den Menſchen zurückgeſtoßen oder ihnen

entzogen, ſich auf die Thiere übertragen hatte.

Verweilſt Du einige Zeit in unſern Bergen? fragte er mich.

Ja, war meine Antwort.

Wohlan, deſto beſſer, entgegnete er, ſo wirſt Du mir die Augen zudrücken und dafür ſorgen, daß man mein Grab ſo nahe als möglich an dem meiner Mutter, meiner Frau und mei⸗ nes Kindes mache.

Er bat mich dann, ihm einen großen, aus⸗ geſchnitzten hölzernen Koffer herbeizubringen, der in einer Ecke des Zimmers hinter einem Sacke mit Mais verſteckt war. Ich ſtellte den Koffer auf ſein Bett. Er nahm eine große Menge Pa⸗ piere daraus und beſchäftigte ſich wohl eine halbe Stunde lang, dieſelben zu zerreißen, indem er ſeine Amme bat, die Fetzen vor ſeinen Augen in's Feuer zu werfen. Es waren eine Menge Verſe in allen Sprachen und zahlloſe Blätter mit durch Daten getrennte Bruchſtücke, gleich einem Tagebuch.

Warum verbrennſt Du alles das? fragte ich ihn ſchüchtern;kann der Menſch nicht den ihn Ueberlebenden ſo gut ein geiſtiges als ein ma⸗ terielles Erbe hinterlaſſen? Du verbrennſt vielleicht