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Raphael : eine Liebesgeschichte / von Alphonse de Lamartine ; deutsch von Dr. Scherr
Entstehung
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Kinder; dann ſeine ökonomiſchen Unfälle, den ge⸗ zwungenen Verkauf des väterlichen Gutes und endlich ſein Einſtedlerleben in dieſem Ueberbleibſel des väterlichen Daches, wo ſein einziger Gefährte der alte Küher war, der ihm aus Anhänglichkeit an den Namen des Hauſes unentgeltlich diente, und zuletzt machte er mich auf ſein Zehrfieber aufmerkſam, das ihn, ſagte er, im Herbſt mit dem fallenden Laube wegraffen und auf dem Kirch⸗ hof ſeines Dorfes an der Seite ſeiner Lieben zur Ruhe legen werde. Seine geſteigerte Einbildungs⸗ kraft offenbarte ſich bis zu ſeinem Tode. Man ſah, daß er ſeine Empfindungen in Gedanken dem Raſen und dem Mooſe mittheilte, die auf ſeinem künftigen Grabe blühten.

Weißt Du, was mich am meiſten betrübt? ſagte er zu mir, indem er mit dem Finger auf den Kranz von Vögelchen deutete, die auf dem Rande ſeines Betthimmels ſaßen,das, daß im nächſten Frühling dieſe armen Kleinen, die ich zu meinen letzten Freunden gemacht, mich in meinem Thurme vergebens ſuchen und keine zerbrochene Scheibe mehr finden werden, um in's Zimmer zu kommen, und auf dem Fußboden auch keine Woll⸗ flocken meiner Matratze mehr, um ihr Neſt zu bauen.... Doch die Amme, der ich meine kleine Habe hinterlaſſe, wird Sorge für ſie tragen, ſo lange ſie lebt, fuhr er fort, gleichſam um ſich ſabſ zu tröſten,und nach ihr... wohlan! ... Gott...