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den Fichten der Villa Pamfili beim Anblick der untergehenden Sonne und der in der Ebene zer⸗ ſtreuten Ueberreſte des alten Roms Stanzen, die mich bis zu Thränen rührten. Er ſchrieb jedoch Nichts nieder.
„Raphael,“ ſagte ich manchmal,„warum zeichneſt Du ſo was nicht auf?“
„Bah!“ antwortete er,„ſchreibt der Wind nieder, was er in dem klangvollen Laube über unſern Häuptern ſingt? Schreibt das Meer die Klagen ſeiner wellengepeitſchten Ufer nieder? Nichts, was geſchrieben, iſt ſchön und das Göttlichſte im Herzen des Menſchen tritt nie an's Licht. Das Inſtrument iſt von Fleiſch, die Note von Feuer. Was willſt Du da machen? Zwiſchen Dem, was man fühlt, und Dem, was man ausdrückt,“ fügte er traurig hinzu,„iſt die gleiche Entfernung, wie zwiſchen der Seele und den vierundzwanzig Buch⸗
ſtaben eines Alphabetes, das heißt eine unermeß⸗
liche. Willſt Du auf einer Holunderpfeife die Harmonie der Sphären nachahmen?“
Ich verließ ihn, um ihn in Paris wieder anzutreffen. Er ſuchte damals vergeblich, ſich durch die Verbindungen ſeiner Mutter eine thä⸗ tige Stellung zu verſchaffen, die ihn von der Laſt ſeiner Seele und dem Drucke ſeines Looſes be⸗ freien würde. Er ward von den jungen Leuten unſers Alters geſucht, die Frauen blickten ihm mit Wohlgefallen nach, wenn er durch die Straßen


