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iſt ein ſchwachgerundetes Gewölbe; unter ihrer feinen Oberhaut ſieht man die Muskeln des Ge⸗ dankenorgans; die Schläfe ſind nachdenklich, das Ohr horcht. Schwarze Haare, die zum erſten Mal durch die ungeſchickte Scheere eines Ateliergenoſſen oder einer Schweſter ungleich abgeſchnitten wur⸗ den, werfen einige Schatten auf die Wange und die Hand. Eine kleine platte, ſchwarze Sammet⸗ mütze deckt den Scheitel und ſitzt auf der Stirne auf. Kommt man an dieſem Bilde vorbei, ſo wird man nachdenklich und betrübt, ohne zu wiſſen warum. Es iſt das Kindergenie, das auf der Schwelle ſeines Schickſals träumt, bevor es dieſelbe überſchreitet. Es iſt eine vor der Pforte des Lebens ſtehende Seele. Was wird aus ihr werden? Wohlan, gebt dem Alter dieſes träumen⸗ den Kindes noch ſechs weitere Jahre, laßt dieſe Züge ſchärfer hervortreten, die Geſichtsfarbe dunk⸗ ler werden, furcht dieſe Stirne mit einigen Falten, laßt dieſe Haare maſſenhafter hinabquellen, be⸗ nehmt dieſem Blicke etwas von ſeinem Glanze, laßt einen düſtern Zug um dieſe Lippen ſpielen, macht dieſe Geſtalt größer, gebt dieſen Muskeln ſtärkere Formen, tauſcht dieſes italieniſche Koſtüm aus der Zeit Leo's X. gegen das dunkle und einförmige Koſtüm eines jungen, in ländlicher Einfachheit erzogenen Mannes, der von ſeinen Kleidern Nichts weiter verlangt, als daß ſie ihn anſtändig kleiden; laßt die ganze Stellung ein ge⸗ wiſſes nachdenkliches oder ſchmerzliches Schmachten


