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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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In einer der langen feindſeligen Winternächte wü⸗ thete ein Sturmwind mit ſolcher Heftigkeit, daß alte Bäume theils abgebrochen, theils entwurzelt wurden, ein Theil des Daches herabſtürzte, und eine Mauer des Kreuzganges, auf welche der Anfall am ſtärkſten war, einen breiten Riß erhielt. Erasmus verließ ſein hartes Lager auch an dieſem Morgen, wie gewöhnlich, frühzeitiger als alle Übrigen, ſchritt, ungeachtet der wilden Zerſtörung, im Grauen der Dämmerung durch den hallenden, vom Winde durchſauſten Kreuzgang, und ſtürzte durch die breite Mauerſpaltung hinab auf das vom Sturme losgeriſſene Geſtein, wo ihn die Mönche zerſchmettert und ganz unkennbar fanden. Die

Gleichheit der Körpergröße brachte den Erſten, der,

herbeygezogen vom dumpfen Getöſe des Falles, die Leiche erblickte, in den Irrthum, der Hinabgeſtürzte ſey Roderik. Die Übrigen nahmen das falſche Ge⸗ rücht ohne Bedenken für Wahrheit, von welcher ſie ſich um ſo weniger überzeugen konnten, als Morgen⸗ grau und Kerzenſchein nur ſchwaches Licht gaben und Roderik einen Fels am Kloſtergebäude erſtiegen hatte, um die Zerſtörung der Nacht zu überblicken ,woran ſein trüber Geiſt, wie an allen düſtern Gegenſtänden

überhaupt ſich weidete.

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