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Indeß ward die Wunde gegen alle Erwartung geheilt, und die Geneſung erfolgte früher, als man es hoffte. Noch ſehr kraftlos, ſaß Roderik im Lehnſtuhl. Neben ihm zu beyden Seiten ſtanden Ethelinde und Edgar. Auch Harriot, den er zu ſich bitten ließ, trat ein; ihm folgte der Caſtellan. Da ergriff Noderik mit freundlicher Haſt Edgars Rechte, und übergab ihm,
zum Erſtaunen aller Gegenwärtigen, die Schenkungs⸗
urkunde ſeiner ſämmtlichen Güter.
Jede dagegen gemachte Einwendung war verge⸗ bens; er beſtand unerſchütterlich auf der Annahme, ließ ſich dann, vom Caſtellan unterſtützt, auf die Knie, und bedeutete mit einem Ausdrucke, der jeden zu Thrä⸗ nen rührte, ſeinen feſten Entſchluß, der Welt zu ent⸗ ſagen, und ſein Leben in Reue und Buße in einem Kloſter zu beſchließen. Am Morgen nach Edgars und Ethelindens Vermählung ward der Vorſatz in Erfül⸗ lung gebracht.
Die Abtey, in welche der Lebensmüde ſich geflüch⸗ tet hatte, war am Fuße kahler ſteiler Felsgebirge er⸗ baut. Vor derſelben breitete ſich ein fruchtbares, aber ſehr einſames, trauerſtilles Thal aus, durch. welches ein kleiner Fluß ſeine trüben Wellen mit melancholi⸗ ſchem Gemurmel langſam dahinrollte. Das Kloſter ſelbſt lag in einer, zu jeder Tages⸗ und Jahreszeit


