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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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eilte Harriot mit der Nachricht herbey, daß Lothion die Burg, zu welcher er, wie ein Cherub mit dem feurigen Schwerte, dem verbrecheriſchen Eigenthümer den Eingang verwehrte, endlich verlaſſen habe. So⸗ gleich ward Roderik mit vieler Sorgfalt dahin gebracht. Ungeachtet deſſen verlor er nach kurzer Zeit das Be⸗ wußtſeyn neuerdings, und ſank in ſehr verworrene, höchſt peinliche Phantaſien. Als er wieder zu ſich kam, bemühte er ſich, Manches durch Mienen und Geberden bald zu beſchreiben, bald zu verlangen, was die Um⸗ ſtehenden nur ſchwer zu errathen vermochten, da die Schwäche ihm ſehr wenig Bewegung geſtattete. Es ſchien, daß er insbeſondere nach Edgar verlange. Als der gute Jüngling zu ihm trat, leuchtete ein matter Strahl von Freude über das, von körperlichen⸗ und Seelenleiden verdüſterte Antlitz. Er drückte mit mög⸗ lichſter Anſtrengung die Bitte um deſſen Vergebung aus, und, als dieſer ihm freundlich die Hand reichte, wagte Roderiks thränennaſſes Auge einen flüchtigen Blick gegen Himmel. Seine nächſte Sorge war, dem Caſtellan den Schlüſſel zum Burgverließ einzuhäͤndi⸗ gen; dieſer verſtand das Zeichen, und nach wenigen Minuten athmete Urisk wieder die langentbehrte, reine Himmelsluft. Roderik ließ ihn reich beſchenken, ver⸗ mied aber ſeinen Anblick.