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176 lung wenigſtens eben ſo viel bey: Die Furcht, daß Urisk das entdecke, wovon er ein Augenzeuge war. Anderſeits dachte Roderik nicht ruchlos genug, ihn tödten zu laſſen.—
Indeß ſtieg Roderiks Gewiſſensangſt mit jedem Tage. Es war ihm nicht länger möglich, die Burg zu bewohnen, wo Blutſpuren und Todesgeröchel ihn über⸗ all und unaufhörlich verfolgten. Verzweiflung jagte ihn raſtlos umher. Endlich erwachte in ihm der Ge⸗ danke, den Ort des Schreckens zu verlaſſen, und zu ſeinem Freunde Harriot zu fliehen. Er nahm ſein Kind mit ſich. Aber die Strafe ſchien ihm auf dem Fuße zu folgen. Die vom böſen Gewiſſen zerrüttete Phantaſie bewirkte den Tod des Kleinen.
In dieſem Zuſtande kam er in der Burg Dunbar an, wo man ihn als einen Unglücklichen mit offenen Armen empfing. Aber Freundſchaft und Liebe wetteifern vergebens, den zu tröſten, der ſich ſelbſt ein Gegen⸗ ſtand des Abſcheues iſt. Je mehr Roderik hier gepflegt und bemitleidet wurde, deſto verhaßter ward er ſich ſelbſt. Zu dieſer Qual geſellte ſich bald eine noch grö⸗ ßere. Ihn ergriff, gleich einem böſen Zauber, heftige Leidenſchaft zu Ethelinden, Eumeliens holdſeligem Ebenbilde. Er glaubte auch hierin eine Strafe ſeines
Verbrechens zu finden, und da er nicht die Kraft fühl⸗


