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dieſem gefährlichen Zuſtande wuchs die Kühnheit des ſonſt ſo ſanften Jünglings zu dem Grade, daß er es ſogar wagte, Eumelien durch einen Brief um eine einzige Zuſammenkunft zu beſchwören. Eumelia, die mit Recht in ſeine Redlichkeit und in die Wahrheit ſeiner Betheuerungen volles Vertrauen ſetzte, hielt es für Pflicht, dem Edlen dieſen letzten Troſt nicht zu ver⸗ ſagen, und glaubte hierbey in Gott einen mildern und gerechtern Richter zu finden, als in dem Gatten.
So erſchien ſie denn, von einer Zofe und einem
Knappen begleitet, auf der beſtimmten Stelle im Fich⸗
tenwalde beym Nixenteiche, wo Lomond ihrer harrte.—
Roderik hatte aber ſchon erfahren, daß Lomond im Gaue geſehen ward; der ſchon entwichene böſe Dä⸗ mon der Eiferſucht kehrte in ſeine Bruſt zurück, ſchreck⸗ licher als je. Seinen Groll tief in ſich verbergend, zeigte er im Außern keine Spur von Argwohn, indeß ſein Inneres von Haß und Wuth glühte. So ver⸗ folgte er denn Eumelien allenthalben, und ließ jeden ihrer Schritte belauern. Auch das unſelige Beyſam⸗ menſeyn mit Lomond ward ihm von einem jungen Reiſigen nur zu bald gemeldet, und er erſchien in dem Augenblick, da Eumelia nicht ſtark genug war, dem auf immer von ihr Scheidenden— einen Abſchiedskuß zu verweigern.


