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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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Und Ethelinde reichte ihm zitternd die Hand, und als er ſich, wie von einem Traum erwachend und noch zweifelnd an dem, was er ſah und fühlte, vom Bo⸗ den erhob, traten auch Harriot und Alice herein, und ſchloſſen ihn in ihre Arme.

Dem edlen Harriot flüſterte der alte Caſtellan, ſobald es ihm möglich wurde, heimlich ins Ohr:Mei⸗ ne Zunge darf ſelbſt der Tod nicht löſen; ich muß das Geheimniß mit mir in's Grab nehmen. Nur er ſelbſt kann es Euch enthüllen; und nur Euch kann es ge⸗ lingen, ihn zum Geſtändniſſe zu bringen, wodurch al⸗ lein er vielleicht noch Ruhe im Leben finden, wenig⸗ ſtens ruhig ſterben kann!

Harriot hatte Roderiks Rückkehr in die Burg und ſeine mit jedem Tage zunehmende Schreckensqual durch den Caſtellan vernommen, und war mit den Seinigen hieher geeilt, das in Dunbar begonnene, aber wieder geſtörte Werk, wo möglich, zu Ende zu bringen. Auch Edgar war mit ihnen gekommen, aber vor der Burg zurückgeblieben, um ſich erſt dann zu zeigen, wenn man Gewißheit haben würde, daß ſeine Erſcheinung dem, von böſer Gemüthskrankheit Zerſtörten nicht mehr ge⸗ fährlich werden könne. Auch wäre dem edlen Harriot und den beyden weichen Frauenherzen ohne Zweifel ein ſchönes Werk gelungen, hätte ſich nicht eine feind⸗