165 jenes klägliche Wimmern und bangverhallende Wehru⸗ fen. Er ließ aber den Caſtellan kaum bis zur Hälfte der Erklärung kommen, die er nur zu bald zu verſte⸗ hen ſchien.
Die wenigen Worte, die der Alte ſprechen durfte, waren die folgenden:„Die Gruft liegt dicht an dem nördlichen Thurm, in dem ſich, nur durch eine dünne Mauer abgeſondert, das unterirdiſche Gewölbe befin⸗ det, worin Urisk, dem Tode nah, und doch noch le⸗ bend“——
Weiter ließ Roderik den Caſtellan nicht reden, ſondern deutete ihm, mit einer ſonderbaren Miſchung von Verſtocktheit und Verzweiflung, zu ſchweigen und ſich zu entfernen.
Als er allein war, brach die gewaltſam zurückge⸗ haltene Verzweiflung mit ganzer Macht aus. Er rieß ſein Schwert, das neben einer Sanduhr auf dem Ti⸗ ſche lag, aus der Scheide, ſetzte ſichs an die Bruſt, riß es eben ſo ſchnell wieder davon weg, und trat mit dem Fuße ſo wüthend darauf, daß es klirrend in Trüm⸗ mer ſprang.
Mehrere Wochen hindurch verlebte er in dumpfem Hinbrüten. In einer böſen Nacht endlich öffnete er wieder jene Thüre, die zur Gruft führte. Eumeliens Leiche lag im offenen Sarge, wie damahls, unverſehrt


