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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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gruft hinab. Der Spätherbſt kam mit ſeinen feindſeli⸗ gen Nächten voll heulender Stürme. In einer derſelben öffnete Roderik jene Pforte, und ſtieg, eine Fackel in der Hand, zur Wohnung der verwandten Todten hin⸗ ab. Das dumpfe Gewölbe, worin jeder Fußtritt ein ſchauerliches Echo gab, mit kecker Scheue durchwan⸗ delnd, erkannte er in dem Labyrinth der Särge erſt nach langem Forſchen den Sarg der Gattinn. Nur mit vieler Anſtrengung gelang es ihm, den feſt verſchloſſe⸗ nen ſo ungeſtümm zu öffnen, daß der aufſpringende Deckel ihn zu Boden ſchlug.

Nachdem er lange Zeit in Betäubung gelegen war, raffte er ſich endlich auf, ſchaute in den Sarg, und er⸗ kannte die geliebten Züge der Todten, die noch unver⸗ ſehrt und ſchön da lag. In dem Augenblicke aber, da er vor den theuren Reſten bethend auf die Knie ſin⸗ ken wollte, drang ein klägliches Wimmern und ein lang verhallender Wehruf in ſein Ohr. Da riß er ſich empor, floh wie ein vom Entſetzen ergriffener Böſe⸗ wicht, und ſtürzte wie leblos am Eingange des erreich⸗ ten Zimmers zu Boden. So fand ihn am nächſten Mor⸗ gen der Caſtellan, der, das Zimmer wie gewöhnlich aufſchließend, zu ihm eintrat. Mit allen Geberden des Entſetzens deutete Roderik dem Erſtaunenden die Schreckniſſe der Nacht, und forderte den Aufſchluß über