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Deſto mehr fühlte ſich Ethelinde überraſcht, als man ihr am nächſten Tage die Nachricht brachte, Ro⸗ derik werde vermißt. Mehrere Tage verfloſſen; er kam nicht.
Er war wirklich, wie von einem böſen Geiſte ge⸗ trieben, plötzlich von Dunbar entflohen, und in ſeine Burg zurückgekehrt, um in ihren öden Grauen ſich ſelbſt zu beſtegen, und in der Nähe der Todten die ſträſliche Neigung zur Lebenden zu vernichten. Roderiks Burg ſchien durch ihre Bauart ſelbſt zum Wohnſitz der Schwermuth beſtimmt. Vier ungeheure hohe und dicke
Steinmauern umſchloſſen eine weite Fläche. An der
Ecke jeder Mauer drohte ein viereckiger Thurm, und einer, einſam in der Mitte des innern Hofes ſtehend, ragte höher als alle übrigen empor. Alles, was Ro⸗ derik nun vornahm, zeigte deutlich, wie feſt er enk⸗ ſchloſſen ſey, ſich immer tiefer in den Schmerz ſeines zerrütteten Innern zu verſenken.
Das entlegenſte Zimmer der Burg, welches zu⸗ gleich die Ausſicht auf jenen Fichtenwald hatte, ließ er ſchwarz behängen, vorher aber in eine Wand desſelben eine tiefe Niſche hineinwölben. Als dieß geſchehen war, verſchloß er ſich; nur dem Caſtellan war einmahl des Tages der Zutritt geſtattet. Eine verborgene Thür
führte über eine enge Wendeltreppe in die Familien⸗


