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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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Ethelinde das Bild Eumeliens in Roderiks Seele, an⸗ fangs ſchmerzlich, endlich wonnig zurück. Bald aber

verlor ſich das Bild in die Wirklichkeit, und die Ver⸗

lorne erſchien ihm in der Lebenden. Seine Neigung entflammte ſich, bey der Heftigkeit ſeines Weſens, zur Leidenſchaft, die er kaum mehr zu verbergen vermoch⸗ te. Man konnte wohl bemerken, welcher Kampf in ſei⸗ nem Innern vorging, ja, wie er ſich ſelbſt haſſe, ohne ſich jedoch beſiegen zu können. Ethelinden entging ſein Zuſtand nicht. Sie fing an, ihn zu meiden; dann aber ward ſein Weſen noch gräßlicher. Nun ſuchte ſie ſelbſt wieder ſeine Geſellſchaft, wußte aber immer zu veranſtalten, daß Alice dabey gegenwärtig war. Indeß kamen erwünſchte Siegesnachrichten. Harriots und des geliebten Edgar bald zu hoffende Rückkehr zeigten ihr das erwünſchte Ende des peinlichen Zwanges ihrer qualvollen Lage. Am Abende nach jenem Zuſammen⸗ treffen mit Roderik in der grauenden Burgeapelle ſchien die Leidenſchaft des Unglücklichen ihren höchſten Grad erreicht zu haben und für Ethelindens Sicherheit gefährlich zu werden. Nur mit Mühe vermochte ſie dem ſtummen Geſtändniß ſeiner raſenden Liebe zu entflie⸗ hen; aber jede Miene und Geberde des Glühenden ſagte deutlich, daß er entſchloſſen ſey, Alles zu wagen.