Druckschrift 
Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16 ten, auf deren Flügeln nun die noch übrigen Stunden der Nacht ſo ſchnell davon flogen, daß der Tag wirk⸗ lich, eh' man es vermuthete, mit ſeinem rothen Geſicht friſch und luſtig zum Fenſter hereinſah. Lachend löſchte man die noch brennenden Kerzen aus, und erwartete ungeduldig das Erwachen des alten Vaters, den man zum Geburtsfeſte mit einer Gruppe überraſchen wollte.

Wie freudig ſchlugen die Herzen im Vorgefühl! Aber obſchon er ſonſt gewöhnlich mit dem Tage zugleich erwachte, heute brannte ſchon der ganze Himmel hoch⸗ roth, aber im Gemache des Greiſes herrſchte noch tiefe Stille. Schon einige Mahle war Mariechen leiſe an die Thüre geſchlichen und horchte; aber nichts regte ſich. Da fühlte das gute Mädchen ſich von ſteigender Ban⸗ gigkeit ergriffen, erblaßte, und ihre Augen füllten ſich mit Thränen. Carl bemerkte ihr ſtilles Weinen und hatte ſelbſt ſchon erfahren, wie leicht dem grauen Haupte jede Nacht zur Todesnacht werden kann.Mein Gott! flüſterte Marie,wenn nur nicht Mehr vermochte ſie vor Ächzen nicht zu ſagen.

Carl und Cäcilie, auf die des Mädchens Angſt ſympathetiſch wirkte, drangen ſelbſt in ſie, die Thür zu öffnen; ſollte ihm gegen alle Wahrſcheinlichkeit irgend Etwas zugeſtoßen ſeyn, ſo ſey ſchnelle Hülfe ja