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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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in ihrer ſchwarzen Stunde auf den noch ſchwärzern Ge⸗ danken brachte, Carl ſey ihr untreu geworden.

In eben dieſer ſchwarzen Stunde aber, da es Ma⸗ riechen in ihrem Schlafzimmer ſo übel ging, befand ſich Carl mit ſeiner Schweſter Cäcilie, die er als Kranz⸗ jungfer mit ſich genommen hatte, im Freyen noch übler, indem der letzte Winterſturm mit der Natur den Kehr⸗ aus mit cannibaliſcher Wuth tanzte.

Der Frühling und die Theater überziehen den Boden gerne grün, der Frühling zu ſeinen Freuden⸗ ſpielen, wo die Silberquellen fließen, die Theater mei⸗ ſtens zu ſolchen Trauerſpielen, wo viel Blut im höhern Styl vergoſſen wird; der Winter behängt die Erde, gleich einer in Italien offen getragenen Leiche, mit dem weißen Grabtuche. Dieſes Grabtuch, wenn es in Natura aus Schnee beſteht, wird leicht in tiefe wenn nicht Gräber doch Gruben verwandelt, ſobald der Himmel darauf weint. Dieß geſchah nun; eine Art von Früh⸗ lingsregen zerweichte Eis und Schnee, und Carls Wagen brach, nachdem er zwey Stunden lange gegen die böſen Furchen und Gruben wacker gekämpft hatte. Ganz matt und durchnäßt langte er endlich mit ſeiner Schweſter im Dorfe an, war aber von dem mühſeligen langen Herumirren und Stolpern ſo verſtört, daß er das erwünſchte Haus in einer Art von Betäubung