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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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»Ach! ſeufzte ſie:Um zwölf Uhr beginnt der Tag ſeiner Geburtsfeyer. Aber wie mag denn der Tag, ein ſo lichtes, freudiges Weſen, in einer ſo abſcheuli⸗ chen Stunde anfangen? Ach! wenn etwa dieſe Nacht meine letzte ſeyn ſollte? Gewiß iſts: es geht etwas vor etwas Fürchterliches! Mein Gott! Wenn er er⸗ wachte und fände mich todt, das überlebt er nicht! Oder was könnten alle dieſe Schreckniſſe ſonſt bedeuten? Carl! Carl! biſt du mir treulos gewor⸗ den? Vierzehn Tage keinen Brief von ihm und mein Vater bricht er nicht das Geſpräch ſchnell ab, ſobald ich es auf Ihn hinwende? O Himmel! es iſt gewiß, er liebt mich nicht mehr, iſt vielleicht ſchon verheirathet und ich bin verlaſſen! Ach! Wenn dieß wäre, dann ja dann moͤgen noch in dieſer Nacht alle Schreckniſſe, dann ſoll der Tod hu!

Mariechen fuhr mit beyden Armen abwehrend em⸗ por, als ſtände der angerufene blaſſe Tod wirklich ſchon vor ihr, verhüllte das Geſicht, und barg den Kopf in das Bettkiſſen, denn die aufgeforderten Schreckniſſe lie⸗ ßen ſo wenig auf ſich warten, daß ſie, von dieſem Au⸗ genblicke an, auf die Unglückliche in Maſſe losſtürmten.

Den Anfang machte ſogleich eine überwinterte große Fleiſchfliege, die, nachdem der durch das Fenſter ein⸗ dringende Luftzug drey Kerzen ſchon ausgeblaſen hatte,

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