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Lebensbilder / von Christoph Kuffner
Entstehung
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4 ſie die Augen, und verrichtete das Geſchäft in frey⸗ williger Blindheit, ſtieß aber dabey mit dem ausge⸗ ſtreckten Arm an den Käfig des Kanarienvogels, wor⸗ aus das Waſſer auf ihren Nacken herabtrof. Mit einem Schrey des Entſetzens taumelte ſie zurück, und erſchüt⸗ terte dadurch ein zierliches Tiſchchen mit einer ſchim⸗ mernden Encyelopädie von Kaffehſchalen und Gläſern, die, aus ihrer philoſophiſchen Gemüthsruhe verſtört, wehklagend auf den Boden ſtürzten. Mariechen, vor Ge⸗ ſpenſtern zitternd und ſelbſt einem Geſpenſte nicht un⸗ gleich, faßte ſich endlich, mit hörbar ſchlagendem Her⸗ zen, durch die langſam erhaltene überzeugung, daß die Spuckgeſchichte von irdiſcher Art ſey. ⸗Sie ermannte ſich wirklich ſo ſehr, daß ſie zwiſchen dem mit Glas⸗ und Porzellain-Trümmern bedeckten Schlachtfelde mit ruhi⸗ gem Ernſte einherſchritt, und nur einige Mahle laut aufſchrie, da einige ächzende Trümmer unter ihrem auftretenden Fuße ſich in noch kleinere Unterabtheilun⸗ gen verwandelten.

Etwas ermüdet, aber noch ſchlafunluſtiger als vor⸗ her, ſetzte ſie ſich auf das Sopha und zündete aus Vorſicht zu den bereits brennenden Kerzen noch zwey andere an, welche ſie der Symmetrie wegen auf zwey ſich gegenüberſtehende Käſten vertheilte.

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5§