Jahrgang 
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Entwürfe zu dramatiſchen Arbeiten. Indem er ſie durch⸗ blätterte, ſammelten ſich ſeine Gedanken zu der Betrach tung, wie er doch bisher immer nur aus augenblick lichem Drange gedichtet habe, froh des Hervorgebrachten nur los zu ſein, um mit leichterem Geiſte andern Genüſſen und Gütern nachzujagen, deren Täuſchungen und Unbe⸗ ſtand er nun ſo bitter erfahren hatte. Warum freute ich mich nicht lieber an der Gabe ſelbſt, fragte er ſich, an der innern ſchaffenden Macht, die allein mir treu bleibt, die, wie ich jetzt fühle, mich auch in dieſen ver⸗ zweiflungsvollen Stunden nicht verlaſſen hat? Warum ließ ich mir nicht an einer Welt genügen, die aus mir ſelbſt hervorgeht, auf mir ſelber ruht, und deren Gott ich bin? Warum fand ich keine Befriedigung in Dem, was ich doch niemals laſſen konnte, weder in Freud noch in Leid? Ach, wie ſpät lernt man ſich doch ſelber kennen! Einſt ſagte ich zu einem Freunde: Du biſt nicht glücklich, denn was dir fehlt, ringeſt du zu erlangen, vergeſſend was du haſt. Iſt das aber nicht mein eigenſter Fall? Es war in dieſem Augenblicke dem Freund zu Muthe, als ob er eben einer tollen Verblendung und ſeines we ſentlichſten Lebensirrthums inne würde. Er hätte weinen mögen, daß er das Paradies ſeiner eigenen Schöpfungs⸗ kraft ſo wenig gekannt oder ſo leichtfertig beachtet hatte. Liebe, Freundſchaft, Ehre? rief er fragend aus. Wohl, vielleicht gibt es dieſe Güter, und wer ſie findet, hebe ſie auf, wie etwas Verlorenes, das auch wieder verloren geht. Vielleicht! Sieh', diesVielleicht iſt der Ge winn meiner Schmerzen, das Lebensmark hohler Täu⸗ ſchungen. O ſolch' ein Vielleicht iſt ein großer Gewinn!