Jahrgang 
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Inzwiſchen hatte Angelika, das Kind, im Krankenzimmer des Bruders die aͤngſtliche Span⸗ nung, die ſchmerzliche Freude der im ſpaͤten Wiederſehen enthaltenen neuen Bekanntſchaft uͤberſtanden und befand ſich eben nicht ſehr be⸗ haglich. Der Zuſtand des Leidenden, der gei⸗ ſtige wie der koͤrperliche, erſchuͤtterte ſie auf zu widrige Weiſe. Sie konnte ſich dieſen Zuſtand nicht erklaͤren, weil ſie die Erziehung und die Lebensart des Bruders nicht kannte. Der junge Menſch war naͤmlich nach manchen Kinderkrank⸗ heiten, die aus uͤbeln Saͤften herruͤhren, uͤber⸗ maͤßig aufgeſchoſſen und hatte, ſobald er der engen und ſtrengen Zucht ſeiner geiſtlichen Leh⸗ rer zu entwachſen anfing, durch ungeregeltes Leben und naͤchtliche Schwaͤrmereien ſeine ſchwache Bruſt erſchoͤpft. Nach laͤngerm abwechſelnden Kraͤnkeln lag er nun kraftlos, mit fieberhaftem Blick auf dem Ruhebette. Neben ihm ſaß ein etwas roh ausſehender Geiſtlicher, noch in den