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druͤcktes Herz offen iſt. Wer weiß, nach wel⸗ chem Aberglauben ſelbſt eine ſo helle Seele, wie Veronika's, gegriffen haͤtte, um all' die Fragen nach der naͤchſten Zukunft zu loͤſen, die hier im Hauſe an jede Wand anzupochen ſchien und ſich doch nicht verrathen wollte! Freilich, die Fro⸗ hen und Gluͤcklichen pflegen, auch in aberglaͤu⸗ bigen Zeiten, ſich nicht leicht nach Wahrzeichen umzuſehen oder Zauberkuͤnſte zu verſuchen. Dazu treibt nur Angſt und Ungluͤck!
Mitten in dieſer Seelenunruhe Veronika's ſchlug es von einem nicht fernen Kirchthurme die Stunde und ein Glockenſpiel toͤnte ſeine fromme Melodie nach, worauf ein Gelaͤut folgte. Veronika trat an das Fenſter. Aus den naͤchſten Gaſſen wandelten Buͤrgerfrauen und welke, bettelhafte Geſtalten uͤber den Meirplatz zur Nachmittags⸗ kirche in der Kathedrale.


