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ſehr ſeine Frau litt und ihr Kummer entwaffnete den Zorn, der
oft in ſeiner Seele auftauchte, wenn er ſich erinnerte, wie oft er Heinrich gewarnt und ſich über ihn beſchwert hatte, ohne ein anderes Reſultat als ſpöttiſche, beißende Bemerkungen von Seiten ſeiner Frau zu erzielen.
Otto Schirmer nahm ſich der Hinterlaſſenſchaft des Selbſt⸗ mörders an.
Wie es ihm gelungen war, die Angelegenheiten Fritz Wackers zu ordnen, ſo daß dieſem ein kleines Kapital blieb, welches ihn in den Stand ſetzte, ſein Geſchäft zu eröffnen und zu betreiben, ſo gelang es ihm auch, in die finanziellen Verhältniſſe Heinrich Schenk's Klarheit zu bringen. Blieb auch durchaus nichts übrig, ſo wurden doch die Gläubiger vollauf befriedigt, mit Ausnahme Scherenberg's, der die Hinterlaſſenſchaft ſeines Vetters beanſpruchte. Er hatte ein Recht, dieſen Anſpruch zu erheben, und er wäre der Erſte geweſen, deſſen Forderung befriedigt werden mußte, aber der lange Chriſtian verzichtete freiwillig auf das Sündengeld, welches ſo viel Unheil angerichtet hatte.
Wimmer und der Breslauer Advokat erkannten dieſe Verzicht⸗ leiſtung nicht an, ſie waren ja auch an der Forderung betheiligt, ihr Intereſſe gebot ihnen, ſie zu vertheidigen.
Sie nöthigten ihren Klienten, ſeine Forderung geltend zu machen und der Bankier Schirmer erklärte, daß er in dieſem Falle den Konkurs nicht verhüten könne.
Da trat Bertram Schenk mit der Erklärung hervor, er wolle ſich mit Scherenberg einigen und aus ſeinent eignen Vermögen die Anſprüche deſſelben befriedigen, wenn ſie ermäßigt würden.
Nach langem Zögern, und nachdem ſie ſich überzeugt hatten, daß dies der beſte und ſicherſte Weg war, wenigſtens einen Theil ihrer Forderung zu erhalten, gingen die Advokaten auf den Vor⸗ ſchlag ein.—
Der Schenkwirth opferte dreißigtauſend Thaler, mit denen der lange Chriſtian nach Breslau zurückkehrte.
Er ſtiftete manches Gute mit dieſem Gelde, welches er ſeinem
Verſprechen getreu dazu beuutzte, den armen Webern Arbeit zu verſchaffen und dem Eigennutz der Fabrikanten entgegen zu treten.
Fritz Wacker hatte Glück mit ſeinem Geſchäft, er war fleißig und ſtrebſam, aber in der Lotterie ſpielte er ſeitdem nicht mehr.
Er ſprach nicht gerne über ſeine kurze Glanzperiode, weil er
noch immer den Spott der öffentlichen Meinung fürchtete.
Auch Madame Wacker war beſcheidener geworden, mit dem Glückswechſel hatten auch ihre Anſichten ſich geändert, ſie ſtand jetzt ihrem Gatten mit Fleiß, Treue und Sparſamkeit redlich zur Seite.
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