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Er beauftragte den Kellner, ihm das Abendeſſen und eine Flaſche Champagner zu bringen und ſpeiſte ſo ruhig zur Nacht, als ob er ſich in ſeinem eigenen Hauſe befinde.
. Dann öffnete er die Schatulle, um ihren Inhalt zu unter⸗ ſuchen.
Er hatte dazu bisher noch keine Zeit gefunden, jetzt wollte er es in aller Gemüthsruhe thun.
Zuerſt fielen ihm die Briefe und der Schein in die Hände, die er damals Merville gegeben hatte, um dagegen das Teſtament Scherenberg's zu erhalten.
Er legte ſie zur Seite mit dem Vorſatz, ſie ſpäter zu ver⸗ nichten.
Außer verſchiedenen werthvollen Schmuckſachen enthielt die Schatulle das ganze Vermögen Maria Latour's in Actien und Werthpapieren, die auf den Inhaber lauteten.
Ein Verzeichniß dieſer Dokumente lag dabei, es gewährte eine ſehr raſche und ſichere Ueberſicht.
Ueber das Geſicht Heinrich's glitt ein triumphirendes Lächeln, als er dieſes Verzeichniß prüfte.
Er war wieder reich, ſein Raub geſtattete ihm, wieder da zu beginnen, wo er geendet hatte.
Er wollte drüben ein neues Geſchäft gründen, aber vorſichtiger in ſeinen Unternehmungen ſein, er wollte wieder reich werden, mit dem Reichthum erhielt er ja auch Macht und Anſehen.
Mit der Vergangenheit hatte er nun gebrochen, eine neue Zukunft lag vor ihm, auf dieſe Zukunft baute er goldne Luft⸗ ſchlöſſer.
In Sinnen verſunken ſaß er vor der offenen Schatulle, ſein Blick ruhte träumend auf den Werthpapieren, die vor ihm lagen.
Da wurde die Thüre geöffnet, der Kopf des Chevaliers blickte vorſichtig durch die Spalte.
Heinrich ſah es nicht, ſeine Seele war ſo ſehr mit ihren hoch⸗ fliegenden Träumen beſchäftigt, daß ſie ganz vergaß, wo ſie ſich befand.
Der Chevalier öffnete jetzt die Thüre, er trat ein, begleitet von dem Beamten und einigen franzöſiſchen Gensdarmen.
Erſchreckt fuhr Heinrich von ſeinem Sitz empor, ſtier blickte er die Eintretenden an, er glaubte im erſten Augenblick, daß dies Alles nur ein wirrer Traum ſei, aber gar bald erkannte er, daß es Wirklichkeit war, daß er vor dem Ende ſeiner Laufbahn ſtand.
„Er iſt es,“ ſagte der Chevalier mit gemeſſenem Ernſt,„thun Sie Ihre Pflicht, Herr Commiſſair.“
„Was will man von mir?“ rief Heinrich, in deſſen Seele Haß und Wuth jäh aufloderten.„Was bezweckt dieſe Störung?“


