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ſichtigten Betrug gegen ſie vorliege, nur eine kurze Gefängnißſtrafe ſie treffen werde und nach Verbüßung der Haft der Verluſt ihres Vermögens ihr doppelt ſchmerzlich ſein müſſe, daß ſie aber niemals auf eine freiwillige Rückerſtattung von Seiten des Flüchtlings hoffen dürfe, da man ja den Charakter dieſes habſüchtigen Mannes nun kenne.
Dieſe Worte verfehlten die beabſichtigte Wirkung nicht. Marie Latour erwiderte, ihr Genoſſe habe Havre als den Ort der Ein⸗ ſchiffung bezeichnet, für den Fall die Umſtände die Auswanderung gebieten ſollten.
Der Beamte beſtimmte darauf hin, dieſen Ort als das Ziel der Reiſe, trotzdem der Chevalier durch verſchiedene Gründe beweiſen wollte, daß der Flüchtling ſich jedenfalls nach Bremen oder Ham⸗ vurg gewandt habe. So erreichten ſie denn Haore an domſelben Tage, an welchem Heinrich dort eintraf, und es galt nun, den Gaſthof zu ſuchen, in welchem er abgeſtiegen war.
Daß er unter falſchem Name reiſte, war vorauszuſehen, und daß er ſeine Vorſichtsmaßregeln getroffen hatie, um ſich nicht hinter die Maske blicken zu laſſen, konnte ebenfalls nicht bezweifelt werden.
Unter ſolchen Umſtänden war es ſchwierig, in den verſchiedenen Gaſthöfen den Flüchtling zu entdecken, aber der Beamte hatte ſchon unter ſchwierigeren Verhältniſſen ſeinen Zweck erreicht. Er ging in's Schiffsbureau und ließ ſich die Liſte der Paſſagiere vorlegen, und ſofort fiel ihm der Name„Otto Liebmann“ auf. Liebmann war ja der Familienname der Gattin des Flüchtlings, es lag nahe, daß der Verbrecher dieſen gewählt und ſich einen Paß auf denſelben verſchafft hatte.
Nachdem man dieſe Spur entdeckt hatte, war es nicht ſchwer, ſie zu verfolgen.
Der Beamte ließ ſich in den Gaſtböfen die Fremdenbücher vorlegen und ging, nachdem er den, welchen er ſuchte, gefunden hatte, zur Behörde, um ſich die Unterſtützung derſalben zu ſichern.
Und hier wurde ihm eine Depeſche vorgelegt, die am Morgen dieſes Tages für ihn von Köln abgeſaudt worden war.
Dieſe Depeſche befahl ihm, ſich unter allen Umſtänden des Flüchtlings zu bemächtigen, ihn zu verhaften und nach Köln abzu⸗ führen, da die Beweiſe wegen Theilnahme an einem Giftmord gegen ihn vorlägen.
Dieſe Beweiſe ſtützten ſich auf die Blätter, welche Scherenberg in der Irrenanſtalt beſchrieben und deſſen Vetter von London mitgebracht hatte.
Heinrich Schenk ahnte nicht, daß die Gefahr, der er entronnen zu ſein glaubte, ihm ſo nahe war.


