— 897—
nicht ver⸗ Mitten in dieſem Tumult, gegenüber dieſen furchtbaren An⸗
klagen blieb Marie ruhig und kalt. 3 der alls„Ich kenne Sie nicht,“ ſagte ſie,„ich weiß nicht, was Sie von ausdrückte. mir wollen, nur ſo viel begreife ich, daß man mich mit einer ſind, ſo andern Dame verwechſelt und daß man auf Grund dieſer Ver⸗ ütung daa wechſelung mir Beleidigungen in's Geſicht wirft, die—“ herer ken Sie hielt inne, mit dem Ausdruck des Entſetzens ruhte ihr
Blick ſtier auf der geöffneten Thüre, in deren Rahmen die Gattin
vorſſichiger Heinrich's ſtand. dte Marie Und nicht allein ihr Biick, auch die Blicke des Schenkwirths riin ihren und ſeiner Angehörigen drückten Beſtürzung und Entſetzen aus, dut.„IWh als ihnen ſo Plötzlich die erſchien, die ſie ſchon ſeit Wochen im er ich ſeee Grabe wähnten.
Mit Bertha traten der Chevalier, Jeanette und ein Polizei⸗ die mich beamter ein. unterörrh Und nicht allein dieſe, ein großer Theil ver Hochzeitsgäſte, nicht W unter ihnen Gabel und Wacker, folgten, ſo daß das geräumige d treffn Zimmer ſte kawm alle faſſen konnte. zu leihen„Blendwerk der Hölle!“ ſchrie Heinrich, ſeine Faſſung ver⸗
ſhäzen lierend.„Was ſoll dieſe Komödie—
„Keine Komödie, mein Herr,“ fiel der Chevalier ihm ernſt
tett. Ih in's Woͤrt,„die Stunde iſt gekommen, in der Sie Rechenſchaft , der dir ablegen müſſen.“ 1
b„Heinrich, ich bin's,“ ſagte Bertha, und der Ton ihrer Stimme
klang dem Verbrecher wie der Poſaunenſchall des jüngſten Gerichts,
ufaui ic klage Dich an, Dich und dieſe hier, ich klage Euch an der Giftmiſchung, des beabſichtigten Mordes.“
n, als d Weder Bertram Schenk, noch einer der Anweſenden vermochten
t Shwlle dieſes Räthſel zu löſen, nur Otto und der Friſeur Gabel ahnten
n Munde. den Zuſammenhang. 1*.
„Sie haben geglaubt, das Verbrechen ſei Ihnen gelungen, die gemordete Gattin für immer beſeitigt,“ nahm der Chevalier mit erſchütterndem Ernſt das Wort,„ich aber wachte über ſie und
die deſn rettete ihr Leben, indem ich dem Gifte, welches Sie ihr durch die Augendit Hand dieſes Weibes reichten, entgegen wirkte und durch einen Schlaf⸗
K trunk ſie dem Bereiche ihrer Mörder entzog. Wie und wodurch vortretal, ſh ich das Alles ermöglicht habe, werde ich Ihnen ſpäter vor den
4 I nken ich d auch di rrcche ſuäitiw Beweiſe für Ihre Schuld vortegen. Der Blumenſtrauß und die
8
Schvanken des Gerichts mittheilen, ich werde alsdann auch die .
* 5 8.„ Flacons mit den verſchiedenen Eſſenzen ſind in meinen Händen
und was der Chemiker in ihnen nicht entdecken kann, das werde
Mervill 1+% 44
her Me ich—
Der Riju„Wer ſind Sie und mit welchem Recht dürfen Sie es wagen,
indung u in dieſem Tone mit min zu reden?“ unterbrach Heinrich ihn mit 57


