Jahrgang 
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dem Muth und der Verwegenheit der Verzweiflung.Sie haben

ſich unter der Maske eines Kammerdieners in mein Haus ein⸗

geſchlichen

1Ich bin der Chevalier von Chateaurouge, der Freund dieſer ame.

Marie Latour ſtieß einen halb unterdrückten Schrei aus, ſie wußte jetzt, daß ſie verloren war, während ihrem Aufenthalt in Paris hatte ſie über die Gewandtheit, die Energie und die Kennt⸗ niſſe dieſes Edelmannes Manches vernommen.

Ich klage Sie nicht allein der Abſicht, Ihre Gattin durch Gift tödten zu wollen, an, ich beſchuldige Sie auch der Ermordung Ihres früheren Aſſocie's und des Beſitzers der Irrenanſtalt, in welcher Jener ſtarb. In welcher Beziehung Sie zu den übrigen plötzlichen Sterbefällen, zu dem Tode Ihres Schwiegervaters und Ihres Schwagers ſtehen, wird die Unterſuchung ergeben.

Bertram Schenk war auf einen Stuhl niedergeſunken, er be⸗ deckte das Antlitz mit den Händen.

Er hatte dieſe Kataſtrophe befürchtet, aber ſich noch immer

an die Hoffnung geklammert, daß ſeine Befürchtung unbegründet ſei, jetzt traf ſie ihn unvorbereitet und ihre Wucht drückte ihn nieder. Frau Schenk hingegen war noch immer geneigt, ihrem Sohne zu vertrauen, die entſetzliche Anklage für böswillige Verleumdung zu halten, während Otto und Nikolas nur noch daran dachten, dem Verbrecher einen Weg zur Flucht zu öffnen, damit ihnen allen die Schande ſeiner Verurtheilung erſpart werde.

Auch Heinrich ſann bereits darüber nach, er gab ſeine Genoſſin Preis, wenn es ihm nur gelang, ſich ihres Vermögens zu be⸗ mächtigen, war ihr Schickſal ihm gleichgültig.

Feige und ſelbſtſüchtig, wie alle Verbrecher, dachte er nur noch an ſich.

Marie Latour gab Alles verloren, ſie fand nur darin einen Troſt, daß ihr Genoſſe ihr Schickſal theilte.

Stumm und ſtarr vor Entſetzen wohnten die Hochzeitsgäſte dieſem erſchütternden Drama bei.

Herr Commiſſar, thun Sie Ihre Pflicht, wandte der Che⸗ valier ſich zu dem Polizeibeamten,der Schmuck, den Sie hier ſehen, der zum Vorwande dienen ſollte, um Herrn Bertram Schenk zu betrügen, iſt ein falſcher Schmuck, die Steine ſind kaum zwanzig Thaler werth.

Auch das noch! murmelte der Schenkwirth.

Das iſt eine Lüge! rief Marie Latour.Sie ſind ein Verleumder, ein infamer

Sie treten mir entgegen, weil Sie glauben, unter den An⸗