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das Du ſo eigenſinnig biſt, das Geld iſt Dir ja nicht ver⸗ oren.“
Der Schenkwirth warf ſeiner Frau einen Blick zu, der alles Andere, nur keine Uebereinſtimmung mit dieſer Anſicht ausdrückte.
„Weun die Brillanten wirklich das Doppelte werth ſind, ſo wird ja jeder Juwelier gegen angemeſſene Zinsvergütung das Darlehn gerne geben,“ ſagte er,„ich bin kein Wucherer, kein Pfandleiher, ſolche Geſchäfte ſind mir zuwider.“
„Ihr Herr Vater ſcheint nicht allein ein ſehr vorſichtiger ſondern auch ein ſehr engherziger Mann zu ſein,“ wandte Marie ſich zu ihrem Verbündeten und der verletzende Hohn, der in ihren Worten lag, trieb dem alten Manne die Galle in's Blut.„Ich hatte von Ihrer Familie mehr Dankbarkeit erwartet, aber ich ſehe nun—“
„Madame, ich habe Ihnen die Gründe genannt, die mich nöthigen, die Erfüllung Ihrer Bitte zu verweigern,“ unterbrach Bertram Schenk ſie gereizt,„wenn Sie dieſe Gründe nicht an⸗ erkennen wollen, ſo kann mich deshalb keine Schuld treffen. Dennoch bin ich bereit, die gewünſchte Summe Ihnen zu leihen, wenn Sie mir erlauben, dieſen Schmuck vorher abſchätzen zu aſſen—“
„Du beleidigſt die Frau Gräfin!“ rief Heinrich erbittert.„Ich habe Dir ja geſagt, daß ich für jeden Verluſt einſtehe, der Dir erwachſen könnte!“
„Kommen Sie,“ ſagte Marie entrüſtet,„wir wollen zu einem Wucherer gehen, auf die Dankbarkeit dieſes Mannes mache ich keinen Anſpruch.“
Schon wollte ſie den Schmuck in das Etui legen, als die Thüre geöffnet wurde, Otto und Nikolas ſtanden auf der Schwelle.
„Maria Latour!“ riefen die Beiden wie aus einem Munde.
Marie blickte ſie feſt und ruhig an.
„Wer ſind dieſe Herren?“ fragte ſie gleichgültig.
„Bruder und Schwager,“ erwiderte Heinrich, den die Geiſtes⸗ gegenwart ſeiner Verbündeten in dieſem kritiſchen Augenblick beruhigte.
„Sie ſind's, Marie Latour,“ ſagte Otto, raſch vortretend, „was wollen Sie in dieſem Hauſe?“
„Reſpekt!“ rief Heinrich.„Die Gräfin von Laroche ſteht unter meinem Schutz.“
„Gräfin von Laroche?“ höhnte Otto.„Seit wann iſt ſie es? Wohl ſeit dem Tage erſt, an welchem ſie den Giftmiſcher Merville verließ, um ſelbſt eine Giftmiſcherin zu werden? Der Beſuch dieſer Verhrecherin entehrt unſer Haus, wie die Verbindung mit ihr Dich entehrt hat!“


