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„Für Sie allerdings, nicht für mich,“ warf Maria, ohne eine beſondere Erregung zu verrathen, ein.
„Auch für Sie,“ fuhr Heinrich fort.„Das Gericht wird ſich veranlaßt ſehen, Nachforſchungen anzuſtellen, man wird den plötz⸗ lichen Tod meiner Frau zum Tagesgeſpräch machen und ich kann für meinen Muth und meine Standhaftigkeit nicht mehr bürgen, wenn ich in einer einſamen Zelle hinter Schloß und Riegel ſitze. Morgen früh wird Scherenberg ſeine Drohung ausführen, heute Abend kann er's nicht mehr, alſo bleibt uns nur noch die Nacht.“
Maria ſchwieg eine Weile, ſie ſchien zu überlegen.
„Gut, fliehen wir,“ ſagte ſie endlich,„ich bin bereit, wenn ich auch Manches hier im Stich laſſen muß. Wie iſt es mit den Mitteln zur Reiſe?“
„Ich habe zehntauſend Thaler.“
„Nicht mehr?“
„Nein, aber Sie beſitzen—“
„Auf das, was ich beſitze, dürfen Sie keine Rechnung machen, erſt nach der Hochzeit werde ich Ihnen erlauben, darüber zu ver⸗ fügen. Wir laſſen hier zu viel zurück, was nach Ihrer Abreiſe für Sie verloren iſt.“
„Durchaus nichts. Mein Geſchäft iſt bankerott, das Vermögen meiner Frau wird ſchwerlich mir zufallen und ſollte ein Theil davon auf mich fallen, ſo werden meine Gläubiger nicht verſäumen, ſich deſſelben zu bemächtigen.“
„Aber das Vermögen Ihres Vaters?“
„Er hat ſich noch heute Nachmittag geweigert, mir unter die Arme zu greifen.“
„Warten Sie, wir müſſen es, wenn auch nur theilweiſe, mit⸗ zunehmen ſuchen, er hat das Geld in Aktien liegen, alſo kann er es jeden Augenblick herausgeben. Wann fährt der letzte Zug?“
„Um elf Uhr.“
„Jetzt iſt es acht, wir haben alſo keine Zeit zu verlieren. Sind Ihre Vorkehrungen getroffen?“
„Ja. Meine Koffer werden zur rechten Zeit am Bahnhofe ſein.“
„So werde ich dafür ſorgen, daß auch mein Gepäck dort iſt. Wir müſſen eine Komödie aufführen. Ihr Vater kennt mich nur dem Namen nach, wir fahren beide zu ihm, Sie ſagen ihm, ich ſei die Gräſin Laroche, die Ihre Gattin ſo treu gepflegt habe und befinde mich auf dem Wege nach Berlin, um die Leiche meines Gemahls zu holen, der dort plötzlich verſchieden ſei. Sie fügen hinzu, ich habe Sie um Ihre Begleitung und um ein Darlehn von zehntauſend Thaler gebeten, wofür ich als Pfand einen Brillantſchmuck zurücklaſſen wolle. Dann ſtützen Sie ſich darauf,


