Jahrgang 
3
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Sie nicht die Güte haben, dieſem Spießgeſellen des Giftmiſchers die Einzelheiten zu berichten—“

„Bedenken Sie Ihre Worte!“ rief Heinrich aufbrauſend. „Ich werde Sie hinauswerfen laſſen und die Polizei erſuchen, Sie mit Zwangspaß in Ihre Heimath zurückzuſchaffen! Hinaus, ſage ich, oder—“

„Wenn Sie in Ihrem Arſenal dieſer Drohungen noch mehr haben, ſo rücken Sie nur damit heraus,“ unterbrach Scherenberg ihn kalt,„uns werden ſie weder vernichten, noch einſchüchtern, wir haben zu ſtarke Waffen gegen Sie! Sie hätten das Spiel gewonnen gehabt, wenn nicht meine Armuth mich in London in's Gefängniß gebracht hätte. Dort lernte ich dieſen Mann kennen, der Zufall brachte die Rede auf Merville, und da erfuhr ich denn, was zu erforſchen ich mich lange vergeblich bemüht hatte.“

„Alſo im Geſängniß ward der Plan ausgeheckt, mich durch Drohungen um eine Summe zu prellen?“

„Von einer Prellerei kann hier kein Rede ſein,“ entgegnete Scherenberg ruhig.„Ich verlange, was mir gebührt und gedenke daneben die ſchmähliche Ermordung meines Vetters zu rächen. Sie könnten mich fragen, weshalb, wenn dies meine Abſicht ſei, ich Sie zuvor warne, ehe ich den vernichtenden Schlag führe. Ich würde Ihnen darauf erwidern, daß—“

„Beenden wir dieſen unerquicklichen Streit,“ nahm Müller das Wort.„Sie müſſen ja nun einſehen, daß wir es mit einem hartgeſottenen Sünder zu thun haben, der keine Schonung ver⸗ dient.“

Scherenberg nickte beiſtimmend.

„Die Bekenntniſſe meines Vetters, die jetzt in meinen Händen ſind, genügen hinreichend,“ ſagte er,„auch das war ein Werk der Vorſehung, daß dieſe mit Blut beſchriebenen Blätter der Wachſamkeit Merville's entgingen, daß ſie in unſre Hände fallen mußten.“

Heinrich erbleichte, er mußte ſich auf die Lehne eines Stuhles ſtützen, um nicht durch das Zittern ſeines Körpers zu verrathen, in welche Beſtürzung dieſe Worte ihn ſetzten.

„Thut, was Ihr wollt!“ rief er, ſeine letzte Kraft aufbietend. „Aber ich ſage Euch, als Sieger werdet Ihr aus dieſem Kampfe nicht hervorgehen. Es iſt möglich, daß Ihr Briefe gefälſcht, daß Ihr falſche Dokumente ausgefertigt habt, daß Ihr bereit ſeid, einen Meineid za liſten, um Euren Ausſagen den Schein der Wahrheit zu geben. Aber die Wahrheit wird ſiegen, ich werde dieſen Prozeß nicht verlieren.“

„Er iſt für Sie ſchon verloren,“ ſagte der lange Chriſtian ernſt, während er die Thüre öffnete, um das Kabinet zu verlaſſe,