Es währte eine geraume Weile, ehe Bertram Schenk erſchien und während dieſer Zeit fand Heinrich Muße genug, über den Schritt, den er thun wollte, nachzudenken.
Er ſagte ſich, daß der Augenblick ſehr gut gewählt ſei, voraus⸗ ſichtlich werde der alte Mann ſchon einen kleinen Spitz haben und in dieſer Verfaſſung war er, wie Heinrich aus Erfahrung wußte, bis zum Leichtſinn gutmüthig.
Aber auch in dieſer Hoffnung ſah er ſich betrogen.
Bertram Schenk hatte allerdings ſchon recht wacker der Flaſche zugeſprochen, aber ſein Verſtand war noch immer klar genug, um die Sachlage durchſchauen zu können.
Er hörte den Sohn ſchweigend an und erwiderte dann mit einer Feſtigkeit, die ſich ſo leicht nicht erſchüttern ließ, daß er dieſe Bitte nicht erfüllen werde.
„Wie man's treibt, ſo geht's,“ ſagte er,„ich habe Dich früh genug gewarnt. Damals haſt Du meine Warnungen verſpottet und heute verlangſt Du, daß ich den Kopf für Dich in's Loch halten ſoll.“
„Aber ich verlange ja nicht mehr, als den Antheil, der mir gebührt,“ warf Heinrich ein.
„Gebührt er Dir?“ fuhr der alte Mann fort.„Doch wohl erſt dann, wenn ich die Augen geſchloſſen und in meinem Teſtament keine andere Verfügungen getroffen habe.“
„Ah— iſt es das? Du gehſt ſchon jetzt mit der Abſicht um, mich zu enterben?“
„Keineswegs, ich will nur nicht mein Geld zum Fenſter hin⸗ aus werfen. Arrangire Dich mit Deinen Gläubigern, ſo gut Du kannſt, es iſt ja doch Alles Sündengeld, was Du gewonnen und wieder verloren haſt, gib ihnen Alles, wos Du haſt und über⸗ laſſe es ihnen, ſich darin zu theilen. Wenn das geſchehen iſt und Du mir verſprichſt, fortan Dich in derartige Spekulationen nicht mehr einlaſſen zu wollen, ſo bin ich bereit, Dir wenigſtens einen Theil Deines Vermögens ſofort auszuzahlen, früher erhältſt Du keinen rothen Heller.“
Heinrich biß auf die Lippe, um ſich zu beherrſchen, er nahm ſeinen Hut, und ſchoß einen Blick auf den alten Mann, in dem ein glühender Haß ſich kund gab.
„Iſt das Dein letztes Wort?“ fragte er mit dumpfer, heiſerer Stimme.
„Ich kann nicht anders,“ lautete die Antwort.„Später wirſt Du ſelbſt einſehen, daß ich nur Dein Beſtes gewollt habe.“
„Mein Beſtes!“ höhnte Heinrich..
„Allerdings! Gebe ich Dir jetzt das Geld, ſo fließt es in die Taſchen Deiner Gläubiger und Du haſt nachher nichts mehr,
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