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Gläubigern Angſt und ein gerechtes Mißtrauen ein, und jeder unter ihnen hielt es für einen unverantwortlichen Fehler, jetzt noch länger Geduld zu zeigen.
So ſtürmte denn wenige Tage ſpäter wieder Alles auf Heinrich ein und vorzugsweiſe an dem Tage, an welchem ſeine Geſchwiſter das Feſt ihrer Hochzeit begingen, ſah er ſich ſo ſehr bedrängt, daß er endlich Befehl gab, Jeden abzuweiſen unter dem Vorwande, der Chef der Firma ſei nicht zu Hauſe. Aber auch dieſer Schild ſchützte ihn nicht mehr.
Mehrere, die abgewieſen worden waren, entfernten ſich mit der Drohung, ſofort die gerichtliche Klage einleiten zu wollen, Andere verſuchten trotz der Zurückweiſung in das Kabinet einzu⸗ dringen.
Der alte Buchhalter war in Verzweiflung, er ſuchte die Mahner zu beruhigen, er verſprach ihnen Alles, was ſie nur wollten, aber ſeine Verſprechungen hatten kein Gewicht, ſo lange der Klang des Geldes ſie nicht begleitete.
Am Nachmittage zur Zeit der Börſe glaubte Heinrich einmal aufathmen zu können.
Er horchte an der Thüre, im Comptoir war Alles ſtill. Er wollte mit ſeinem, Buchhalter über einen Plan reden, den er ent⸗ worfen hatte, demzufolge eine bedeutende Summe auf das Wohn⸗ haus aufgenommen werden ſollte. Mit dieſer Summe gedachte er die ungeſtümſten Gläubiger zu befriedigen. Der Plan war ſo einfach, daß er nicht begriff, weshalb er nicht früher ſchon an denſelben gedacht hatte.
Als er die Thüre öffnete, fiel ſein erſter Blick auf den Kauf⸗ mann Levinſohn, der im Comptoir auf einem Stuhle ſaß und ſchon ſeit einer Stunde ſtill und geduldig auf den Augenblick wartete, in welchem es ihm vergönnt ſein würde, ſeinem Schuldner in's Antlitz ſchauen zu können.
Dieſer Mann hatte eine Forderung von vierzigtauſend Thaler und wenn es auch rein gewonnenes Geld war, er wollte es doch nicht verlieren.
Heinrich wollte erſchreckt die Thüre wieder ſchließen, aber der Sohn Iſraels kam ihm zuvor.
Er ſtand im Kabinet ſeinem Schuldner gegenüber, ehe Heinrich ſich von ſeiner erſten Beſtürzung erholt hatte.
„Alſo ſo weit ſind wir ſchon gekommen, daß wir uns ver⸗ leugnen laſſen?“ nahm Levin ſchon das Wort und es lag ein ſchneidender Hohn in ſeiner Stimme.„Hab's mir wohl gedacht, daß man mich hat wollen hinter das Licht führen, aber Levi Levinſohn iſt ein geſcheidter Mann, er läßt ſich nicht leicht betrügen von den Chriſten.“
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