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nicht fehlen. Jetzt unterſchreibt dieſen Schein, er enthält die Be⸗ dingungen, die ich vorhin Euch nannte.“
Der lange Chriſtian ergriff die Feder und ſchrieb ohne Zö⸗ gern ſeinen Namen unter das Dokument.
„So, das wäre abgemacht,“ fuhr der Advokat fort,„für den Paß ſorge ich. Hier ſind hundert Thaler, geht in ein Magazin und kauft, was Ihr nöthig habt. Heute Abend punkt neun Uhr erwarte ich Euch am Bahnhofe, ich werde dort ein Billet für Euch löſen und eine gefüllte Börſe Euch übergeben. Macht mir nur keine Seitenſprünge, wir halten Euch ſcharf im Auge. Hier iſt die Adreſſe meines Kollegen in Köln, Ihr werdet ihn ſofort be⸗ ſuchen und Euch ganz nach ſeinen Anordnungen richten.“
Der lange Chriſtian ſteckte die Banknote und die Karte vor⸗ ſichtig in ſeine Weſtentaſche und verſprach, die Bedingungen ge⸗ treulich zu erfüllen.
„Na, ich wünſche glückliche Reiſe,“ ſagte Kunibert Scharf, als die Beiden das Haus verlaſſen hatten,„wenn Ihr zurückkehrt, werdet Ihr wohl ein reicher Mann ſein.“
„Wenn ich's bin, ſollt Ihr und Eure Kollegen den Nutzen davon haben,“ erwiderte Scherenberg treuherzig,„ich werde das Geld jetzt beſſer anwenden, wie damals. Ich laſſe fabriciren und Ihr werdet mein Werkmeiſter, vielleicht kann ich in meinen alten Tagen noch etwas Gutes ſtiften.“
„Gott gebe, daß es ſo kommt,“ verſetzte der Weber, indem er dem alten Manne die Hand reichte.„Gehabt Euch wohl, und wenn Ihr Zeit und Luſt habt, dann ſchreibt mir einmal, wie die Sachen ſtehen, ich werde Euch auch mittheilen, wie es mir geht.“
Das verſprach der lange Chriſtian und die Beiden nahmen nun Abſchied von einander.
Einundachtzigſtes Kapitel. Eine Ueberraſchung.
Bertram Schenk hatte zwei Briefe erhalten, und das war für ihn, der ſelten Briefe empfing, ein Ereigniß. Er reinigte be⸗ dächtig die Gläſer ſeiner Brille, nahm eine Priſe und ſtellte die Tabaksdoſe neben ſich auf den Tiſch.
Fünfmalhunderttauſend Thaler. 39


