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„Ich werde mich entfernen,“ ſagte der Weber.
„Wenn Ihr ſchweigen könnt, bleibt. Alſo was das Geld betrifft, will ich Euch einen Vorſchlag machen. Ich habe nun ſchon vierzig Thaler für die Geſchichte ausgegeben, aber ich lege noch dreihundert dazu unter folgenden Bedingungen. Erſtens gelobt Ihr, Euch meinen Anordnungen, wie den Anordnungen meines Collegen zu fügen und mit raſtloſem Eifer die Sache zu betreiben. Zweitens erhält Jeder von uns, ſobald Ihr in den Beſitz der Erbſchaft gekommen ſeid, zehn Prozent, alſo fünfzehn⸗ tauſend Thaler für ſeine Auslagen und Bemühungen. Dafür werden wir beide Euch unterſtützen, ſo lange nur noch ein Schim⸗ mer von Hoffnung vorhanden iſt. Ihr könnt dieſes Honorar nicht zu hoch finden, wenn Ihr bedenkt, daß wir Gefahr laufen, unſer verausgabtes Geld zu verlieren, während Ihr nichts dabei zu verlieren habt.“
„Das könnt Ihr annehmen,“ ſagte Scharf,„Ihr gewinnt noch immer hundertundzwanzigtauſend Thaler.“
„Energie fordern wir vor allen Dingen,“ fuhr der Advokat fort,„Ihr dürft nicht vergeſſen, daß es fremdes anvertrautes Geld iſt, mit dem Ihr unterſtützt werdet.“
„Wenn ich mich einmal der Sache annehme, dann nehme ich mich ihrer auch energiſch an,“ entgegnete Scherenberg nachdenklich. „Aber inzwiſchen wird mein Freund ſammt ſeiner Familie ver⸗ hungern, nicht zu gedenken der Andern, die—“
„Ihr ſeid Weber?“ fragte der Advokat.
„Ja, Herr Doktor.“
„Und ein fleißiger, tüchtiger Arbeiter,“ fügte der lange Chriſtian hinzu.
„Schön, ſo werde ich ſorgen, daß er Arbeit erhält. Mein Schwager ſtellt ſeine Fabrik nicht ſtill, ich will mit ihm reden, er ſoll dieſem Manne Arbeit geben.“
„Wenn man ſich darauf verlaſſen könnte!“ ſagte Scherenberg zweifelnd.„Der Herr Schwager—“
„Wird mir den Gefallen erzeigen, verlaßt Euch darauf. Haltet Ihr Euer Verſprechen, ſo halte ich auch das Meinige, ich rede mit meinem Schwager noch heute Abend.“
„Nun, wenn das iſt, in Gottes Namen!“ ſagte der lange Chriſtian, dem eine Laſt von der Seele fiel.„Aber ich möchte auch einen guten Anzug zur Reiſe haben. Was ich beſitze, trage ich Alles auf dem Leibe—
„Ihr ſollt's haben,“ unterbrach der Juriſt ihn ruhig, während er raſch einige Zeilen niederſchrieb.„Was Ihr bedürft, erhaltet Ihr, die Mittel, Eure Nachforſchungen zu betreiben, ſollen Euch


