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zu können, aus dem einfachen Grunde, weil ich bereits verheirathet bin.“
Ein höhnendes Lächeln glitt über das Geſicht Maria's, aus ihren großen Augen traf ein Blick der Geringſchätzung den jungen Mann.
„Sie haben ſo manches Hinderniß zu beſeitigen gewußt, daß ich nicht bezweifle, Sie werden auch ein Mittel finden, dieſes zu beſeitigen,“ erwiderte ſie kühl.„Das Mittel ſelbſt iſt mir gleichgültig, ich verlange aber Ihre Entſcheidung binnen acht Tagen. Verſuchen Sie nicht, mich zu bewegen, dieſe Forderung fallen zu laſſen, wenn Sie dieſelbe nicht befriedigen wollen oder können, ſo mache ich Gebrauch von meiner Waffe und ſchwerlich werden Sie dann den Streich pariren, den ich gegen Sie führe! Binnen acht Tagen— ich logire im Königlichen Hof, Zimmer Nummer Zwei. Wollen Sie mich dort beſuchen, wird es mir angenehm ſein, nur nicht nach acht Uhr Abends,— als Ihre zukünftige Gemahlin muß ich meinen guten Ruf wahren.“
Sie entfernte ſich nach einer graziöſen Verbeugung ohne eine Erwiderung abzuwarten und Heinrich vergaß in ſeiner Beſtürzung ganz, ihr das Geleite zu geben, wie es die Höflichkeit doch erforderte.
Das war ſehr deutlich geſprochen!
Seine Frau wollte ſie werden,— nur für dieſen Preis ließ ſie den Schleier ruhen, der das Verbrechen bedeckte!
Verwirrt, unfähig, ſeinen Gedanken ein beſtimmtes Ziel zu geben, durchmaß Heinrich mit großen Schritten ſein Kabinet.
Alſo das Hinderniß ſollte er wegräumen, ſie wollte es! Und was gewann er durch den Tauſch?
Im Grunde genommen blieben die Vermögensverhältniſſe ſich gleich, wenn er zu der Mitgift Maria's die zehntauſend Pfund Sterling hinzurechnete, die er ſich Merville gegenüber zu zahlen verpflichtet hatte.
Aber um die Eheſcheidung zu bewirken, mußte Bertha frei⸗ willig ihre Einwilligung dazu geben und ſelbſt nach der Scheidung konnte er eine zweite Ehe nicht eingehen, wenn der Papſt nicht ſeinen Conſens gab. Daß Maria von ihrer Forderung nicht abſtehen werde, war vorauszuſehen, und ſo ſehr Heinrich auch ihre Schönheit bewunderte, war es ihm doch unangenehm, dieſe Dame heirathen zu ſollen, deren Vergangenheit gewiß manchen Flecken zeigte.
Er hatte vorhin in ſeinem Uebermuth gefragt, wer ihm etwas anhaben könne, jetzt bemerkte er, daß er aus dem Regen in die Traufe gerathen war.


